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18 WELTTAG DER SOZIALEN KOMMUNIKATIONSMITTEL
"Die Sozialen Kommunikationsmittel als Hilfe zur Begegnung zwischen Glaube und Kultur." 1984 |
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Liebe Brüder und Schwestern in Christus! 1. Dieser Jahrestag, der jetzt zum 18. Mal begangen wird und vom Zweiten Vatikanischen Konzil gewünscht wurde, "um das vielgestaltige Apostolatswerk der Kirche auf dem Gebiet der Sozialen Kommunikationsmittel wirksam zu kräftigen" (Dekret Inter mirifica, Nr. 18), setzt sich zum Ziel, die Gläubigen Immer besser für ihre Aufgaben in diesem so . wichtigen Bereich zu erziehen. Bei dieser Gelegenheit will ich zuerst jeden einzelnen von euch auffordern, sich mir im Gebet anzuschließen, damit die Welt der Sozialen Kommunikation mit den Medienschaffenden und der Schar der Leser, Hörer und Zuschauer ihre Funktion getreu im Dienst der Wahrheit, der Freiheit und der Förderung des ganzen Menschen an allen Menschen ausübe. Das für diesen 18. Welttag gewählte Thema ist von großer Bedeutung: Die Sozialen Kommunikationsmittel als Mittel der Begegnung zwischen Glaube und Kultur. Kultur, Glaube und Kommunikation sind drei Realitäten, zwischen denen eine Beziehung besteht, von der die Gegenwart und die Zukunft unserer Gesellschaft abhängen, die berufen ist, sich immer mehr m ihrer planetarischen Dimension zum Ausdruck zu bringen. 2. Die Kultur ist -- wie ich bei anderer Gelegenheit bereits sagte (vgl. Ansprache an die UNESCO, 2. Juni 1980, Nr. 6, In: Wort und Weisung, 1980, S. 224) --eine besondere Form des "Daseins und des Seins des Menschen." Sie schafft zwischen den Personen, die zur selben Gemeinschaft gehören, eine Gesamtheit von Verbindungen, die den "zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Charakter der menschlichen Existenz prägen." Träger und Baumeister der Kultur ist der Mensch, der sich in ihr zum Ausdruck bringt und in ihr sein Gleichgewicht findet. Der Glaube ist die Begegnung zwischen Gott und dem Menschen: dem Gott, der seinen Heilsplan in der Geschichte offenbart und verwirklicht, antwortet der Mensch durch den Glauben, indem er diesen Plan annimmt und danach handelt, also sein Leben nach dieser Botschaft ausrichtet (vgl. 1 Röm 10, 9, 2 Kor 4, 13): der Glaube ist ein Geschenk Gottes, dem die Entscheidung des Menschen entsprechen muß. Wenn aber die Kultur der spezifisch menschliche Weg ist, um in besserem Maße zum Sein an sich zu gelangen, wenn anderseits sich im Glauben die Macht der Erkenntnis des höchsten Seins öffnet, als dessen Bild und Gleichnis er geschaffen ist (l. Gen 1, 26), muß wohl jeder sehen, welche sprituelle Beziehung zwischen der einen und der anderen menschlichen Erfahrung besteht. Man versteht also, warum das Zweite Vatikanische Konzil die wirksamen "Antriebe und Hilfen" hervorgehoben hat, die das Mysterium des christlichen Glaubens dem Menschen bietet, die Aufgabe des Aufbaus einer menschlicheren Welt mit größerer Hingabe, also seiner "vollen Berufung" entsprechend, zu erfüllen (vgl. Gaudium et spes, Nr. 57). Und weiter: Die Kultur ist von sich aus Kommunikation; nicht nur und nicht so sehr Kommunikation des Menschen mit seiner Umwelt, die zu beherrschen er berufen ist (vgl. Gen 2, 19-29; 1, 28), als vielmehr des Menschen mit den anderen Menschen. Denn die Kultur ist eine Beziehungs- und Gesellschaftsdimension des menschlichen Daseins; wenn sie vom Glauben erleuchtet ist, bringt sie auch die volle Kommunikation des Menschen mit Gott in Christus zum Ausdruck und findet im Kontakt mit den von Gott geoffenbarten Wahrheiten leichter das Fundament der menschlichen Wahrheiten, welche das Gemeinwohl fördern. 3. Glaube und Kultur sind darum berufen gerade auf dem Gebiet- der Kommunikation einander zu begegnen und miteinander tätig zu werden: die wirksame Realisierung der Begegnung und des gemeinsames Einsatzes wie ihre Intensität und Wirksamkeit hängen in hohem Maße von der Eignung der Mittel ab, mit deren Hilfe die Kommunikation vonstatten geht. Presse, Kino, Theater, Rundfunk und Fernsehen haben sich bei der Entwicklung die diese Mittel im Laufe der Geschichte erfahren haben, nicht immer als für die Begegnung zwischen Glaube und Kultur geeignet erwiesen. Besonders die Kultur - unserer Zeit scheint so sehr von den modernsten und mächtigsten Kommunikationsmitteln - vom Radio und vor allem vom Fernsehen - beherrscht und geformt zu werden, daß diese, auch wegen der organisatorischen und strukturellen Merkmale, die sie erfordern, mitunter als Ziele und nicht als einfache Mittel erscheinen. Dieser Aspekt der modernen Massenmedien darf uns jedoch nicht vergessen lassen, daß es sich noch immer um Mittel der Kommunikation handelt und daß diese ihrer Natur nach immer Mitteilung von etwas ist: der Inhalt der Kommunikation ist daher immer ausschlaggebend, ja bestimmend für die Qualifikation der Kommunikation selbst. Das Verantwortungsbewußtsein der Medienschaffenden wie auch das kritische Bewußtsein der Leser, Hörer und Zuschauer wird also immer auf die Inhalte der Kommunikation gerichtet Sein müssen. 4. Gewisse enttäuschende Aspekte der Verwendung moderner Massenmedien dürfen uns nicht vergessen lassen, daß diese Medien mit ihren Inhalten zu wunderbaren und zeitgemäßen Werkzeugen für die Verbreitung des Evangeliums werden können, die auch die entlegensten Winkel der Erde erreichen können. Von besonderer Hilfe können sie bei der Katechese sein, wie ich in dem Apostolischen Schreiben Catechesi tradendae erwähnt habe (Nr. 46). Alle jene, die zum Zweck der Evangelisierung von den Sozialen Kommunikationsmitteln Gebrauch machen und auf diese Weise auch zum Aufbau eines kulturellen Netzes beitragen in dem der Mensch im Bewußtsein seiner Beziehung zu Gott immer mehr Mensch an sich wird, mögen sich daher ihres hohen Sendungsauftrages bewußt sein; sie sollen über die notwendigen beruflichen Fachkenntnisse verfügen und die Verantwortung empfinden, die evangelische Botschaft rein und unverkürzt weiterzugeben, ohne die göttliche Lehre mit den Meinungen der Menschen zu vermischen. Denn die Massenmedien legen, ob sich sich mit kulturellen Problemen im eigentlichen Sinn auseinandersetzen, künstlerischer Darstellung oder der Unterhaltung dienen. immer ein bestimmtes Massenmedien legen, ob sie sich mit kulturell der Richtigkeit und Vollständigkeit dieses Verständnisses werden sie beurteilt. Hier setzt mein Appell an, der aus besorgtem Herzen kommt und sich an alle Medienschaffenden aller Länder und aller Religionen wendet: - Medienschaffende, gebt keine verstümmelte, verzerrte, den echten menschlichen Werten gegenüber verschlossene Darstellung vom Menschen. - Gebt dem Transzendenten Raum, das den Menschen mehr zum Menschen macht. - Verhöhnt die religiösen Werte nicht, mißachtet sie nicht, interpretiert sie nicht nach ideologischen Schablonen. - Eure Information inspiriere sich stets an Kriterien der Wahrheit und der Gerechtigkeit wobei ihr es als eure Pflicht betrachten müßt richtigzustellen und wiedergutzumachen, wenn euch ein Irrtum unterlaufen ist. - Verderbt nicht die Gesellschaft und besonders die Jugend durch die wohlgefällige und aufdringliche Darstellung des Bösen, der Gewalt, der sittlichen Verderbtheit, indem ihr so ideologische Manipulation vollbringt und Zwietracht sät. - Medienschaffende, ihr sollt auch wissen daß eure Mitteilungen eine zahlenmäßige Masse erreichen, deren einzelnes Glied jedoch Mensch ist, konkrete und unwiederholbare menschliche Person, die als solche anerkannt und respektiert werden muß. Wehe dem, der besonders die Kleinsten zum Bösen verführt hat (vgl. Mt 18, 6) - Mit einem Wort: Müht euch um die Förderung einer Kultur, die wahrhaftig dem Menschen entspricht in dem Bewußtsein, daß ihr dadurch die Begegnung mit dem Glauben, den niemand zu fürchten hat. erleichtert. 5. Eine realistische Prüfung zeigt uns leider, daß in unserer Zeit die enorme Macht der Massenmedien sehr häufig von den Menschen eingesetzt wird und daß die herrschende Kultur der Begegnung mit dem Glauben keine Beachtung schenkt, und das sowohl in Ländern, wo der freie Austausch der Gedanken gestattet ist, als auch überall dort, wo die Freiheit der Meinungsäußerung mit der Erlaubnis zur Verantwortungslosigkeit verwechselt wird. Es ist die Aufgabe aller, die Soziale Kommunikation Zu heben und wieder auf ihre edlen Ziele auszurichten: die Medienschaffenden sollen sich an die Regeln einer konkreten Berufsethik halten; die Kritiker sollen ihre nützliche Tätigkeit der Klärung durch Förderung der Ausbildung eines kritischen Bewußtseins bessern. Hörern und Zuschauern entfalten; diese letzteren müssen ihrerseits imstande sein, mit kluger Umsicht Bücher, Zeitungen, Kino- und Theateraufführungen, Rundfunk und Fernsehprogramme auszuwählen, um aus dem Gebotenen Gewinn und nicht Verderben zu schöpfen - außerdem sollen auch durch geeignetes gemeinsames Vorgehen ihre Stimme bei den Medienschaffenden geltend machen, damit die Kommunikation immer die Würde des Menschen und seiner unveräußerlichen Rechte achtet. Und mit den Worten des Zweiten Vatikanischen Konzils erinnere Ich daran, daß "die gleiche öffentliche Gewalt, die kraft ihres Amtes für das Wohl der Bürger Sorge trägt, durch Erlaß und sorgfältige Durchführung von Gesetzen schwere Schäden für die öffentliche Sitte und den Fortschritt der Gesellschaft verhindern muß, die durch Mißbrauch der Sozialen Kommunikationsmittel entstehen könnten (Inter mirifica, Nr. 12). 6. Da am Anlaß der Kommunikation ein Mensch als Medienschaffender und am Ende ein Mensch als Empfänger (Leser, Hörer oder Zuschauer) steht, werden die Sozialen Kommunikationsmittel tatsächlich die Begegnung zwischen Glaube und Kultur erleichtern, je stärker sie die Begegnung der Menschen untereinander fördern, so daß sich nicht eine Masse isolierter Individuen bildet, von denen jeder sozusagen seinen Dialog mit der Buch oder Zeitungsseite mit der Bühne oder mit dem kleinen oder großen Bildschirm hält, sondern eine Gemeinschaft von Menschen, die um die Bedeutung der Begegnung mit dem Glauben und mit der Kultur wissen und entschlossen sind, die Begegnung durch den persönlichen Kontakt, in der Familie, am Arbeitsplatz, in den sozialen Beziehungen zu verwirklichen. Kultur und Glaube, die in den Massenmedien nützliche und manchmal unerläßliche direkte oder indirekte Hilfe finden, durchpulsen den Dialog zwischen Eltern und Kindern, werden durch die Arbeit von Lehrern und Erziehern bereichert und entfalten sich durch die unmittelbare Seelsorge bishin zur persönlichen Begegnung mit Christus, der in der Kirche und ihren Sakramenten gegenwärtig ist. Durch die Fürsprache der seligsten Jungfrau Maria rufe ich auf die Medienschaffenden und die unermeßliche Gemeinschaft der Leser, Hörer und Zuschauer die himmlischen Gnaden herab, die mein Apostolischer Segen vermitteln soll, auf daß ein jeder sich in seiner Rolle bemühe, dafür zu sorgen, daß die Sozialen Kommunikationsmittel immer wirksamere Mittel für die Begegnung zwischen Glaube und Kultur darstellen. Aus dem Vatikan, am 1984 IOANNES PAULUS II |